Richtig Lernen für die Prüfung – Teil 1
Das richtige Lernumfeld
Die erfolgreiche Prüfungsvorbereitung ist von vielen Faktoren abhängig, die häufig einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Ergebnis haben – angefangen von der Umgebung, der Motivation, richtiger Zielsetzung und verschiedenen Lernhilfen und -techniken bis hin zum Einsatz lerntypabgestimmter Materialien.
Leider kommt es während der Ausbildung häufig zu kurz auch das richtige Lernen zu erlernen, weswegen wir in einer kleinen Serie die wesentlichen Aspekte dieses Themas aufgreifen werden. Im ersten Teil der Serie wird das richtige Lernumfeld beleuchtet.
Der Schlüssel zur Konzentration
Grundvoraussetzung für effektives Lernen stellt ein Umfeld dar, dass Konzentration zulässt. Konzentration bedarf zum einen einer klaren Zielsetzung und zum anderen einer störungsfreien Atmosphäre.
Störfaktoren beseitigen
Häufig ist dem Lernenden gar nicht bewusst, welche Störfaktoren ihn eigentlich regelmäßig in seiner Aufnahmefähigkeit behindern. Sei es, dass das Telefon ständig klingelt, unangemeldeter Besuch kommt, eine ablenkende Lärmkulisse herrscht oder der innere Drang herrscht, ständig sein Emailpostfach kontrollieren zu müssen – all diese Faktoren unterbrechen und zerstören immer wieder den Arbeitsrhythmus.
Um den persönlichen Störfaktoren den Kampf ansagen zu können, gilt es, diese ersteinmal zu enttarnen. Dafür kann es hilfreich sein, ein bis zwei Wochen ein Protokoll über die eingetretenen Unterbrechungen zu führen. Im zweiten Schritt müssen Wege entwickelt werden, wie die Störungen abzustellen sind. Wer permanent seine Emails checkt und meist auch noch beantwortet, kann sich beispielsweise feste Zeiten einrichten, in der er sich ausschließlich der elektronischen Korrespondenz widmet. Auch Telefon und Handy kann man während der Lernzeiten ausschalten – wer Angst hat, dass ihm wichtige Nachrichten entgehen, hat zum Beispiel die Möglichkeit mit Mailbox oder Anrufbeantworter zu operieren.
Der richtige Arbeitsplatz
Es gibt jedoch auch eine Vielzahl an Störfaktoren, die nicht direkt aus der menschlichen Sphäre herrühren, sondern mit dem Arbeitsplatz in Verbindung stehen. Hierzu zählt zunächst die Temperatur und Sauerstoffzufuhr. Am Lernplatz sollte eine Temperatur zwischen 19° und 21° C herrschen. Schlecht gelüftete und überheizte Räume führen zu einer schnellen und nachhaltigen Ermüdung. In eine gute Beleuchtung sollte auch inverstiert werden, d.h. mindestens 60 Watt sind schon notwendig, um sich überanstrengte Augen und Kopfschmerzen zu ersparen. Ein aufgeräumter Schreibtisch hat nicht nur den Vorteil, dass man sich mit den Lernmaterialien gut ausbreiten kann, sondern schützt auch vor unnötiger Ablenkung, wenn man den Blick doch mal schweifen lässt. Gerade Dinge, die suggerieren, dass man noch etwas zu erledigen hat (z.B. der Kontoauszug, der an die noch ausstehende Überweisung erinnert), sind wahre Motivationskiller. Unterschätzt wird oft auch die Wirkung des Sitzmobiliars – ein unbequemer oder falsch eingestellter Stuhl verursacht auf Dauer Rückenschmerzen, also wieder einen neuen Störfaktor.
Optimierung fürs Gehirn
Gewisse Vorlieben des Gehirns lassen sich gut für den Lernerfolg ausnutzen. Das Nervensystem verknüpft nach kurzer Zeit bestimmte Orte als auch Zeiten mit einem bestimmten Verhalten. Optimal ist daher ein Arbeitsplatz, der ausschließlich zum Arbeiten und nicht zum Essen, Telefonieren oder sonstige lernfremde Tätigkeiten genutzt wird. Hier stellt dann das Gehirn automatisch in den Arbeitsmodus um und sowohl Motivation als auch Aufnahme vom Lernstoff fallen wesentlich leichter. Umgekehrt gilt aber genauso, dass an anderen Orten nicht gelernt wird, d.h. dass z.B. der Schlafplatz niemals der Lernplatz sein darf.
Die automatische Umstellung in den Arbeitsmodus lässt sich auch mit Accessoires fördern – ein bestimmter Pulli, der nur zum Lernen getragen wird, der „Lernstift”, die „Lerntasse” oder ähnliches. Einigen Menschen hilft auch der Einsatz bestimmter Farben, um die Aufnahmefähigkeit zu steigern. Vor allem Hellgelb und Orange sollen nachweislich diese Wirkung haben.
von Karolina Valenta
Die Serie wird in Ausgabe 1/2009 (März – Mai) fortgesetzt – Teil 2: Zeitmanagement und Zielsetzung
Der Artikel ist erschienen in der 19. Printausgabe (Heft 4, Dezember 2008 – Februar 2009), S. 12







